“Schlaue Sprüche”
“Von der Zeit, die einem Mann gegeben ist, ziehen ihm die Götter nicht die Tage ab, die er mit Segeln verbringt!”

“Von der Zeit, die einem Mann gegeben ist, ziehen ihm die Götter nicht die Tage ab, die er mit Segeln verbringt!”
Geplagt von Arbeit und Verdruss, kommt mancher Mensch zu dem Entschluss, dass er Entspannung suchen muß, verlässt sein Haus mit
kurzem Gruß. In`s Grüne lenkt er seinen Weg, wo Schiffe wiegen
sich am Steg, sieht blaue Wellen, grünes Gras, und denkt sich:
Segeln, das bringt Spaß!
Gesagt getan, ein Mann, ein Wort: Am nächsten Tage geht er fort,
kauft sich ein Boot, kleidet sich ein, erwirbt alsbald den Segelschein,
findet sodann am See sich ein, und lässt das Boot in´s Wasser rein,
wischt sich das Gesicht vom Schweiße leer, denn aller Anfang ist ja schwer!
Dann hat den Mast er aufgericht, er zieht die Wantenspanner dicht,
setzt Schwert und Ruder, Fock und Groß, und denkt, jetzt geht die Reise los!
Er sieht die Sonne strahlend scheinen, er löst die Vor- und Achterleinen.
Ahoi, ruft er mit tiefem Bass, und freut sich auf den Segelspaß!
Und wie er gleitet, halb im Traum, brüllt hinter ihm ein Segler, Raum
und nur eines Haares Breite, verfehlt er seine linke Seite. Dem Manne wird´s im Magen flau, denn backbords sitzt ja seine Frau. Wo kam denn
der so plötzlich her, ja manchmal ist das Segel schwer!
Doch zittern ihm auch seine Glieder, gewinnt er schnell die Fassung wieder.
Er legt sein Ruder, fährt ne Wende, der Wind kommt jetzt vom anderen Ende,
Mit BackbordSegel fährt er weiter, jetzt hab ich Vorfahrt denkt er heiter
Und ist er auch noch etwas blaß, so macht es jetzt erst richtig Spaß!
Es spritzt das Wasser, fliegt die Gischt,der Wind hat etwas aufgefrischt,
noch eine Wende- etwas jäher,denn schnell kommt jetzt das Ufer näher.
Jedoch zu spät, ein Ruck- ein Schrei und mit der Freude ist´s vorbei.
Das Schwert im Schlamm, die Frau im Teich, nicht immer ist das Leben leicht!
Wild zetert jetzt sein liebes Weib, das ist ein schlechter Zeitvertreib,
das Wasser ist eiskalt und naß, die schönen Haare- Mist ist das,
Dann hat er sie in´s Boot gezogen,und bald ist schon der Krach verflogen.
Denn ruhig und mit achterlichem Winde, zieht stolz das schlanke Schiff dahinde!
Mit bunten Wimpeln, grünen, blauen, ist schön ein Ausflugsschiff zu schauen.
Und lässig grüßt der Kapitän, an Deck die Passagiere stehn.
Verträumt hat er ihm nachgesehen, mein Gott was ist das Segel schön,
doch jäh reißt ihn aus seinem Traum, mit einem Schlag der Segelbaum!
Autsch, das gibt ne Beule, mein lieber Mann das war ne Keule,
doch ist erst der ein richt´ger Mann, der lächelnd das ertragen kann.
Mit neu erwachter Lebenskraft, ergreift er fest den Ruderschaft,
und beißt die Zähne fest zusammen, damit ihm nicht die Tränen kamen
Nochmal ne Halse, diesmal richtig, den Kopf ganz runter das ist wichtig.
Na also, geht doch wie geschmiert, das Segel wieder ausgefiert.
Gewicht nach Luv, das Segel dicht, so mancher Segler lernt das nicht.
Die Schot er wickelt um die Hand, und setzt sich auf des Bootes Rand.
Und hui-schon pfeift die nächste Bö, gewaltig krängt das Boot nach Lee,
jetzt schnell die Segel ausgefiert, damit nicht noch ein Pech passiert.
Doch die am Arm gespannte Schot, zu lösen hat er seine Not.
Zu spät, ach himmelschwere Not, kieloben treibt das schöne Boot.
Im kalten Wasser- pudelnaß, soll enden dieser schöne Spaß?
Das darf nicht sein, denkt unser Mann, und hängt sich an das Schwert sodann.
Bald ist das Schiffchen umgekehrt, und wird vom Wasser ausgeleert.
Die Frau-die wird in´s Boot geschafft, und weiter geht’s mit letzter Kraft!
Doch sie ist jetzt sehr wutentbrannt, nimmt selbst die Pinne in die Hand,
zum Steg lenkt sie des Bootes Bahn, und legt am Ende sicher an.
So kommen beide endlich dann, erschöpft und müd´ im Clubhaus an,
dort hat man Ihnen Grog gegeben, und deshalb sind sie noch am Leben!
Und die Moral von der Geschicht….,sag Du sie mir- ich weiß sie nicht!
Gesehen, gelesen und abgeschrieben von Heinz Beschoner, aus der Festschrift-
25 Jahre Segel-Club-Hennesee e.V.
Ehre sei Gott auf dem Meere!
Er hat das Meer so weit bestellt- als schönsten Teil der ganzen Welt- und tut uns seine Wunder kund- dass nicht ein jeder Lumpenhund- mit denen die Erde so reichlich gesegnet- dem ehrlichen Seemann- hier draußen begegnet !
Abgeschrieben in einer Hafenkneipe in Sassnitz, von Heinz Beschoner
An Deck der LIPPEROSE beobachte ich das Geschehen im Hafen von Burgtiefe auf Fehmarn.
Später sehe ich beim Hafenkino, wie eine 40 bis 42 Fuß SY auf der Ostseite vom Steg 5, versucht in eine Box zu kommen. Von der Mannschaftsstärke her muss es sich um eine Charteryacht handeln. Bei Seitenwind misslingt der erste Versuch rückwärts anzulegen. Der weitere Versuch, vorwärts anzulegen, klappt auch nicht!
Jetzt wird ein Kreisel gefahren, doch etwas weit, bis außerhalb der roten Tonnen. Es kommt wie es kommen muss, die SY sitzt hoch und trocken! Ich zähle 8 Personen die nun aufgescheucht an Deck sind. Alle vorschriftsmäßig mit Rettungsweste und Lifebelt ausgerüstet. Wenig später macht sich bei der Mannschaft Ohnmacht sichtbar, kein Versuch im Takt zu schaukeln, lebendiges Gewicht zu verlagern, einfach nichts! Dafür aber einige Handys am Ohr. Später erscheint ein weiteres Charterboot mit großer Mannschaft und versucht den Aufsitzer frei zu schleppen. Da dies auch nach einer Viertelstunde nicht gelingt, und das Hafenkino für mich langweilig wird, steige ich auf den Steg. Lege die Hände als Trichter an den Mund und brülle rüber: Zwei Mann mit den Gurten an die Baumnock, Baum ausbaumen und das Schiff krängen! Da kommt der Ruf zurück: Ja, aber wo ist denn der Baum? Das hat mir dann die Stimme verschlagen. Aber meine Stimmung ist gestiegen, kann ich Euch verraten!
Selten so gelacht!
Burgtiefe den 22. Mai. 2010, Heinz Beschoner von der “LIPPEROSE”